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RESILIENZ, MINDFULNESS, MENTALE STÄRKE & CO

Als Trainer und Coach von engagierten Privatklientinnen und -klienten sowie von Führungskräften und Mitarbeitenden im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements und der Arbeitsintegration für KTV und IV, begegnen mir Menschen mit demselben Problem – die mangelhafte Selbststeuerung und damit das selbstsabotierende Verhalten.

 

Was ist Selbstmanagement?

 

Der Begriff Selbststeuerung oder auch Selbstmanagement bezeichnet in der Psychologie die Fähigkeit eines jeden Menschen, seine Handlungen, seine Gefühle, sein Denken und seine Reaktionen auf die Umwelt so zu koordinieren, dass er sich zielgerichtet und befriedigend durch seinen Alltag bewegen kann.

 

Was ist Mentalcoaching?

 

Im Mentaltraining und Mentalcoaching geht es darum, den durch die Herausforderungen des Lebens hervorgerufenen Stress und seine Folgen optimal meistern zu lernen. Trainierende ermitteln ihren idealen Leistungszustand und erlernen im psychomentalen und körperorientierten Training die adäquaten Selbststeuerungskompetenzen, um in Belastungen bestmöglich zu bestehen und ein Gefühl der Kontrolle und der Sicherheit zu gewinnen. Die Selbstwirksamkeits-Überzeugung der Trainierenden wächst, was sie ermächtigt, psychische Belastungen sowie die daraus resultierenden Stresssymptome eigenverantwortlich zu bewältigen, ihren Gemütszustand zu regulieren und einen gesunden Lebensstil zu pflegen.

Das Mentaltraining ist ein selbstverpflichtendes und leistungsorientiertes Verhaltenstraining, welches die minimale effektive Trainingsdosis - den überschwelligen Wachstumsreiz - sucht und mittels lösungsorientierten Coachingtechniken und verbindlicher Trainingsstruktur die gewünschten Veränderungsprozesse anstösst. Diese Leistungsorientierung ist der Punkt, an welchem sich das Mentaltraining vom klassischen Coaching unterscheidet, denn ein Trainer wird immer auch Handlungsimpulse einfliessen lassen und den Trainingsprozess mit klaren Handlungsanweisungen steuern wollen – mit dem Ziel, die mentale Stärke der Trainierenden zu schulen und deren Resilienz aufzubauen.

 

Was ist mentale Stärke?

Von elementarer Bedeutung für Meisterleistungen und das erfolgreiche Bewältigen von Lebenskrisen ist die Selbststeuerungskompetenz. In leistungsorientierten Kontexten spricht man in diesem Zusammenhang oft von mentaler Stärke. Der Begriff ist allerdings schwammig und wird vielfach ganz unterschiedlich genutzt. Mentale Stärke umfasst die einzelnen Kompetenzen und Persönlichkeitsanteile, welche den Menschen aus psychologischer Sicht erfolgreicher machen und steuerbar sind. Grosse Bedeutung für die Bewältigung belastender Lebensereignisse und widriger Lebensumstände nehmen die persönlichen Vorstellungen und Bewertungen der eigenen Person ein - das sogenannte Selbstbild. Mental starke und resiliente Personen zeichnen sich durch Selbstvertrauen, ein hohes Selbstwertgefühl, durch stärker ausgeprägte und realistische Selbstwirksamkeits- und internale Kontrollüberzeugungen, durch mehr Eigenaktivität und positive Zukunftserwartungen aus. Sie scheinen ein realistisches Gefühl dafür entwickelt zu haben, auf welche Dinge sie in ihrer Umgebung Einfluss nehmen können und auf welche nicht - wodurch die Wahrscheinlichkeit, mit dem eigenen Handeln tatsächlich etwas bewirken zu können, steigt. Die protektive Wirkung von Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit besteht vor allem in der Motivation für und der Ausführung von aktiven Bewältigungsversuchen, in höherer Ausdauer und dem Erleben von Kohärenz. Sind diese Überzeugungen weniger stark ausgeprägt, dann führt dies eher zu Gefühlen der Hilflosigkeit, Ohnmacht und zu vermeidendem Bewältigungsverhalten.

Was ist Mindfulness?

 

Mindfulness oder Achtsamkeit kann dabei helfen, die wichtigen Signale des Körpers und der Umgebung, mit welcher der Mensch in stetiger Wechselbeziehung steht, wahrzunehmen und die Informationen für die nachfolgende Selbstregulation einzuordnen. Und hier liegt der wesentliche Unterschied von Achtsamkeitstraining und Mentaltraining.

Mentales Training im ursprünglichen Sinn bedeutet die innere Vorstellung von Bewegungen ohne tatsächliche Ausführung. Mentaltraining ist im engeren Sinn das gedankliche Durchspielen komplexer Handlungsabläufe. Mit diesen inneren Vorstellungen nehmen wir konstruktiv Einfluss auf unsere Emotionen und Gefühle, Körperprozesse und Handlungen. Dabei können wir je nach Bedarf unseren Fokus auf verschiedene Aspekte im Hier und Jetzt, in der Vergangenheit oder aber der Zukunft richten. Mentales Training im weiteren Sinne bedeutet ganz allgemein die Entwicklung von hilfreichen Einstellungen und psychologischen Fähigkeiten. Mindfulness aber ist eine Haltung, die der Meditation zugrunde liegt und bedeutet, mit seinem Fokus im Hier und Jetzt zu sein, auf den Moment zu achten, ihn einfach nur wahrzunehmen, ohne ihn zu bewerten – genau diese Bewertungslosigkeit und Absichtslosigkeit ist der Unterschied zum Mentaltraining. Doch frei von der Bewertung zu sein ist gar nicht so einfach, wie es klingen mag. Wir neigen gerne dazu, mit den Gedanken entweder in der Vergangenheit oder der Zukunft nachzuhängen, zu grübeln und zu zweifeln und Handlungspläne zu machen - wir bewerten permanent.

 

Achtsamkeitstraining ist keine Voraussetzung von Mentaltraining, doch ist es eine perfekte Grundlage für das bewusste Training der mentalen Kompetenzen. Mindfulness kann helfen, Stress zu mindern und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern. Mentaltraining und Midfulness sind demnach nicht dasselbe, sondern eher diametral entgegengesetzt. Im Mentaltraining handelt man absichtsvoll, im Achtsamkeitstraining absichtslos.

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