Vom Training eines Individuum


Einige aufklärenden Worte zur Individualität eines Kämpfers und weshalb allgemeingültige Lehren nur teilweise nützlich sind.

Ich verfolge zu meiner Bereicherung diverse Tutorials auf Facebook, welche sich mit Kampfkunst, Kampfsport und der Selbstverteidigung beschäftigen. So gut diese Tutorials für das Erlernen und Analysieren diverser Techniken dienlich sind, gibt es trotzdem einige Bemerkungen dazu zu machen.

Ich lese immerzu die zahlreichen Kommentare zu den Videos, welche entweder zustimmend oder aber mit erschreckender Ablehnung verbunden sind. So erkenne ich, dass viele Leute total in deren Vorstellung von der Trainingslehre der Kampfkünste beschränkt sind. Kommentare wie; ''Das funktioniert nicht aufgrund dem und dem''...oder ''Mann, ist das ein Scheiss.'' beschäftigen mich. Erstere befassen sich zumindest mit der Analyse der Technik und bringen Alternativen hervor. Zweitere machen eine übliche Aussage, können aber keine Alternative vorbringen. Ich bevorzuge die Erste Aussage, lasse diese aber ebenfalls nur beschränkt gelten.

Ich habe in meiner langjährigen Lehre der Kampfkünste erkannt, dass das Individuum die tragende Rolle spielt. Alles basiert auf den gleichen Prinzipien - die Frage ist nur, was mache ich daraus?

Nicht werten, sondern reflektieren. So würde ich einen möglichen Weg für das Vorankommen in den Kampfkünsten bezeichnen. Denn, jeder ist einzigartig und reagiert auf die Attacken unterschiedlich. Was beim Einen funktioniert, muss nicht zwangsläufig beim Anderen funktionieren. Bruce Lee sagte schon; Nimm an was nützlich ist, lass weg was unnütz ist. Das Ergebnis ist aber für jeden anders und kann nur bedingt Allgemeingültigkeit haben.

Wir brauchen demzufolge zwar Richtlinien zur Orientierung, sollten uns aber als Suchende verstehen und uns an der Vertiefung der Techniken orientieren.

Unseren eigenen Stil erfinden - express yourself! Auch das ist ein Satz von Bruce Lee.

Um uns also selber ausdrücken zu lernen, müssen wir unseren individuellen Weg gehen. Wir orientieren uns an einer Grundrichtung, entwickeln diese aber immer weiter. So entstanden über die vielen Jahrhundete zahlreiche neue Stilrichtungen, welche alle auf der gleichen Basis aufbauen - nähmlich die erfolgreiche Verteidigung. Nur eben jeder Stil mit unterschiedlichem Ausdruck!

Ich habe meine Basis zwar im Kyokushin-Karate, befasse mich aber seit Jahren auch mit anderen Kampfkünsten und Kampfsystemen. So beispielsweise mit Krav Maga.

Krav Maga ist zwar ein effizientes System der Selbstverteidigung und wird als einfach zu erlernen vermarktet, kann aber aufgrund der Entstehung gar nicht einfach zu erlernen sein.

Denn, Krav Maga hat seine Wurzeln in den Kampfkünsten und diese sind bekanntlich nicht leicht zu erlernen. So sehe ich Krav Maga als ein effizienter Trainingsplan zur Orientierung aber nicht als sakrosanktes System.''

Rückschliessend empfehle ich, nicht immerzu zu werten und etwas als gegeben abzutun. Vielmehr sollten wir uns an der östlichen Lehre

''sowohl als auch'' orientieren und das ''entweder-oder'' hinter uns lassen. Wir werden dadurch flexibler und kreativer und können uns selbst-bewusst werden.

Ein Kämpfer oder auch ewiger Schüler zeichnet sich dadurch aus, dass er an der Flexibilität feilt und anpassungsfähig wird. Dies ist die wahre Kunst!

In der kämpferischen Entwicklung heisst das, dass wir einen Angriff umzusetzen versuchen, aber in der Aktion auch erkennen müssen, wann und wieso dieser Ansatz sich nicht wie geplant umsetzen lässt, sodass wir sofort den Richtungswechsel (bspw. andere Technik) vollziehen können.

Gerne möchte ich mich mit Ihnen darüber unterhalten. Fragen Sie nach möglichen Terminen - 079 723 70 23

Dominik Riederer

Personalcoach

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